Schweden

      Schweden Reise


                       mit dem Wohnmobil         


                                                  vom


                  29. Mai 2022 - 06. Juli 2022


Seit meinem Ruhestand, stand auf der to-do Liste auf Platz 1, eine Reise in den Norden von Schweden. Aufgrund von Corona, hat es im letzten Jahr nicht geklappt, aber jetzt.

Am 29.5.22 ging es los, ca. 7 Wochen waren wir unterwegs, insgesamt 8700 km gefahrene Kilometer. Es war das erwartete Natur Erlebnis pur. Viele Wälder und Seen und unberührte Natur - ein Traum.

Folgt meinem Bericht und Ihr werdet auch den Wunsch haben, dieses einmalige Land kennen zu lernen.




Es gibt verschiedene Möglichkeiten nach Schweden zu Reisen, entweder über Rostock oder Fehrmann mit der Fähre und über die Öresund Brücke nach Malmö. Oder über Nacht von Travemünde nach Trelleborg. Wir haben uns entschieden über Flensburg Dänemarkt, über die Storebelt- und Öresundbrücke nach Malmo zu fahren. 

In Flensburg, haben wir am Sportplatz, in aller Ruhe die 1. Nacht verbracht. Am nächsten Tag ging es dann über Odense, über die 2,7 km lange Storebeltbrücke, war genauso unproblematisch wie der 4km lange Tunnel bei Kopenhagen, und anschließend die 7,8 km lange Öresundbrücke zu fahren. Am frühen Nachmittag waren wir in Malmö, und nach der langen Fahrt, haben wir einen Stadtbummel durch die Stadt und die Parks , bei angenehmen 22 Grad gemacht. Jedoch Übernachten wollten wir nicht in der Stadt und sind deshalb heraus , an die Ostsee gefahren, nach Lomma, zu einem offiziellen, kostenlosen Stellplatz. 


Nachdem am Morgen erstmal die Wasserspülung für die Toilette ausgefallen ist, haben wir eine Werkstatt aufgesucht. Er konnte uns aber nicht helfen, also do-it-your-self, Stecker ziehen, und ab sofort wird von Hand gespült. Weiter ging es nach Lund, zur Stadtbesichtigung. Lund ist eine nette alte Universitätsstadt. Weiter ging es zum Renaissance Schloss nach Trolleholm. Besichtigen konnte es man nur von außen. Da es Mittagszeit war, haben wir auf dem Parkplatz Pause gemacht, und die leckeren Zimtschnecken von der Bäckerei aus Lund uns schmecken lassen. Der Bauch war voll, dann gehen wir mal wandern am Skäralid zum Kopparhatt. Eine wunderschöne Wanderung, am See entlang auf Holzbohlen, und dann hoch zum Kupferhut. Unterwegs sind wir dann noch ein wenig Nass geworden vom Regen. Zeit wurde es einen Stellplatz zu suchen, am Nordufer des Västersjö, direkt am Ufer wurden wir fündig. 

Nachdem es fast die ganze Nacht geregnet hat, war am nächsten Morgen wieder strahlender Sonnenschein. Wir entschieden uns die geologische Sehenswürdigkeit an der Nordspitze der Bjärehalvon - Hovs Hallar anzuschauen. Auf dem Weg dahin haben wir noch Halt gemacht, in Karup an der Kirche. Warum ich so gerne Kirchen anfahre, weil es da am Friedhof meistens gut den Wasservorrat aufzufüllen geht. Und in Karup, gab es sogar vor der Kirche noch eine öffentliche Toilette - Perfekt. Natürlich gibt es dann eine Spende in der Kirche.                                                                                                                                                                    In Hovs Hallar gibt es einen schönen großen Parkplatz, um die ca. 1 Std. Wanderung über steile Felskanten und Gestein immer an der Ostsee entlang zu machen. Wir waren zu warm angezogen, ansonsten eine super tolle Wanderung, die gut ausgeschildert ist.                                                                                                                                                                                              Wir beschlossen, das war es für heute und haben Sonne getankt, am total romantischen, einsamen Badesee Skogaby. 

Heute ging es zuerst mal zur Stadtbesichtigung, nach Halmstadt. Wie viele größere Städte in Schweden, sind wenig alte Häuser zu besichtigen, jedoch überall in jeder Stadt, sind mehrere Parkanlagen angelegt worden.                                                          Wieder raus in die Natur, in das Naturreservat Langhultamyren. Hier soll es den größten Bestand von Moorlilien geben, nur gesehen haben wir keine. Wahrscheinlich waren wir zur falschen Zeit unterwegs. Es war trotzdem eine wunderschöne Wanderung durch das Moor, vorbei an riesen großen Ameisenhaufen, vorbei an Blaubeerfelder (leider noch nicht reif), über Zäune und Steine. Nach einer Stunde waren wir , etwas nass geworden, zurück am WoMo. Dann gab es erstmal Kaffee und Kuchen, bevor es weiter ging an Falkenberg.                                                                                                                                                   In Falkenberg war das alte Fischerviertel ganz nett, aber ansonsten eher ausgestorben. So langsam wurde es auch Zeit, einen Platz für die Nacht zu suchen. Der offizielle Stellplatz war nicht sehr einladend, deshalb sind wir raus zum Badeplatz Stavsinge gefahren. Umzingelt von Windrädern, mit genügendem Abstand, war der Platz ok.                                                                      Fantastisch war der Sonnenuntergang, direkt am Ufer der Ostsee. 

Weiter ging es Richtung Göteborg, aber vorher machten wir noch einen Abstecher, in Richtung Bua zu dem Borräs Skara. Steil hoch zu einer 10m hohen Klamm, in der mitten drin ein Stein hängt, und das schon seit ewigen Zeiten. Ein Naturerlebnis der besonderen Art. Nachdem kurzen Ausflug, ging es die E6 hoch nach Göteborg. In Göteborg ging es hektisch zu, das waren wir gar nicht mehr gewöhnt, Umleitungen nochmal Umleitungen, und auf einmal standen wir vor einer Unterführung mit 2,10 m Höhe. Da passte ich nicht durch, einmal wenden in der hektischen Stadt, alles ging gut. Wir sahen uns an, entschieden - raus aus Göteborg, Richtung Norden.                                                                                                                                                                  Durch das Tal des Götaälv, über die riesige Brücke Angeredsbron, zur Bohusfästning. Bevor wir hoch zu der Festung aus dem 14. Jhr. hochstiefelten, gab es noch den obligatorischen Kaffee mit Kuchen. Sieht von außen schon gigantisch aus, aber die € 18 pro Person, zur Besichtigung, waren wir nicht bereit zu bezahlen.                                                                                                 Weiter ging es auf Insel-Tour, an die westliche Schärenküste. Über die gewaltige Brückenkonstruktion, der Tjörnbron auf die Insel Tjörn. Kurze, kostenlose Fährfahrt und weiter, zu einem wunderschönen Fischerdorf - Klädelsholmen. Das ist Schweden pur, wie man es aus den Pilcher Filmen kennt. Man merkt, das hier Tourismus angesagt ist, da es nicht so einfach ist einen ruhigen Übernachtungsplatz zu finden. Nachdem wir so ein paar angefahren haben, entweder zu voll, oder Übernachten verboten, haben wir doch noch einen ruhigen Platz, in Toröd gefunden, mitten im Wald und ca. 100m vom Wasser entfernt. 

Nach einer ruhigen Nacht, ging es der Küste entlang, zu den Trollen, bei dem alten Herrenhof Sundsby, zu einer kleinen Wanderung. Weiter über die Brücke zur Insel Orust, zur Holzkirche von Hälleviks. Jetzt war "Schäreninselhopping" angesagt:   Die Inselchen Malö und Flatön sind durch kostenlose Fähren verbunden. Auf Grund einer sehr guten Empfehlung, haben wir noch einen Stopp, bei der Gamla Kyrka in Bokenäs gemacht. Eine schöne alte Kirche mit einer bemalten Holzdecke, die es schon wert war zu besichtigen, aber der "Knaller" ist die Bank für unruhige Gäste.                                                                                    Weiter ging die Fahrt, mit der Fähre nach Lysekil. Ein typischer Touristenort, am sehenswertesten ist, auf der Halbinsel, der Norra Hamn. Ein schöner Wanderweg, auf der Steilküste mit Blick auf die Schärenküste.                                                               Auch hier hat es eine weile gedauert, bis wir ein stilles Plätzchen für die Nacht gefunden haben. 

Wir blieben noch an den Schäreninseln, und fuhren nach Bovallstrand. Ein ehemaliges Fischerdorf, das wie überall hier in der Ecke heute vom Tourismus geprägt ist, aber immer noch seinen Charme behalten hat. Direkt am Hafen haben wir einen Parkplatz gefunden, und sind ein Stück über die schön angelegte Hafenpromenade gewandert.                                                   Weiter ging es nach Fjällbacka, auch hier viel Tourismus (für Schwedische Verhältnisse), mit ganz viel Charme und und wieder mit einem stecken gebliebenen Stein, in einer Klamm. Wir sind gemütlich durch den Ort geschlendert, und hoch zu dem Kungsklyfta gelaufen. So schön wie die Schäreninseln sind, haben wir uns entschieden wieder mehr ins Landesinnere zu fahren, wo es ruhiger zu geht. Die obligatorische Kaffeepause haben wir auf einem Parkplatz bei den Felsritzungen von Aspeberget gemacht. In der Zwischenzeit wurde es richtig schön warm ( 25 Grad), so das wir uns nicht alle Zeichnungen angeschaut haben. Wir zogen es vor, einen Abstecher nach Norwegen zu machen, 25 km. Auf einer wunderschönen, kurvenreichen Straße, vorbei an Seen und Wälder, haben wir dann den Wanderparkplatz Vassbotten, um den Älgafallet zu besichtigen, erreicht. Ein 46 m hoher Wasserfall, der die Schwedisch/Norwegische Grenze markiert.                                                                                                      Da es so langsam wieder spätnachmittag wurde, haben wir uns einen Stellplatz in Ed ausgesucht. Das Navi zeigte einen Weg über 44 km an, jedoch sah ich einen Wegweiser, über eine einspurige Stahlbrücke und 18 km feinster Schotter durch den Wald. Solche Straßen würde es in Deutschland nicht geben, es kam uns auch nur 1 Auto entgegen.                                                          Der Übernachtungsplatz in Ed, direkt am Lila Le, war perfekt. Zu bezahlen waren 80 SKr - ca € 8,-- über das Schwedische Switch System, zu dem aber nur Schweden Zugang haben. Ein netter Schwedischer WoMo Nachbar hat ausgeholfen, er hat es überwiesen und wir haben Ihm dafür Euros gegeben. 

Am nächsten Morgen, strahlender Sonnenschein, so das wir beschlossen, erstmal hier zu bleiben, um einen Sonnen/Badetag einzulegen. Das Wasser hatte 16 Grad, für Warmduscher nicht unbedingt geeignet.                                                                           Am späten Nachmittag zogen wir dann doch weiter, genug ausgeruht, machen wir noch eine kleine Wanderung, Bewegung tut gut . Wir fuhren vorbei an einem Hochmoor, an verkümmerten und verkrüppelten Kiefern und Birken, in das NSG bei Böle. Das Ziel war der Weg hoch zum Furukullen, steil und heftig, aber mit einer schönen Aussichtsbank.                                             Eigentlich wollten wir uns einen schönen einsamen Stellplatz am Vättern suchen, aber alle 3 angefahrene Plätze hatten Übernachtungsverbot für WoMo`s. Das gibt es eigentlich sehr selten in Schweden. Frustriert sind wir dann auf den Camping Platz Vita Sandar angefahren. Ein sehr schöner großer Platz, aber eigentlich nicht das, was ich bevorzuge. Einmal geht es schon. 

Nach dem Ausquecken vom Campingplatz und natürlich alle Wasserbestande, ver - und entsorgt, ging es auf dem Weg zum Dalsland Kanal, wo ich schon vor 6 Jahren mit dem Motorrad einmal war. Vorher machten wir noch Halt in Asensbruck, bei der typischen schwedischen, Falunroten Holzkirche, mit geschnitzter Kanzel und Altar.                                                                            Der Dalsland Kanal in Haverud, ist ein muss, wenn man in der Gegend ist. Eine technische Meisterleistung aus dem Jahr 1868, oben die Straße, darunter die Eisenbahn mit einer Hebebrücke und darunter die Schleuße, die in den Fels gehackt wurde, dem berühmten Akvädukt. Wir beobachteten den Schleussen Vorgang und habe uns noch im Info Zentrum etwas kundig gemacht. Weiter ging es über eine wellenartige kurvenreiche Straße durch den Wald, heute bei strahlenden Sonnenschein, vor 6 Jahren gab es eine Gewitter mit allem drum und dran (sowas vergisst man nicht, wenn man mit dem Motorrad unterwegs war). Weiter ging es zum Gutshof Bäldernäs, mit einem herrlich angelegten Park, gelegen am Laxsjös. Wir waren überrascht, wie viele Menschen unterwegs waren. Es war an dem Tag, der größte Schwedischer Feiertag, mit einer Folklore Veranstaltung auf dem Gutshof. Es gibt hier auch einen tollen kostenlosen Stellplatz, etwas außerhalb, aber dafür war es einfach noch zu früh am Tag. Also zogen wir weiter nach Ämal. Schlenderten durch die Stadt, es war nicht viel zu besichtigen, und gingen noch am Feiertag in den Co-op, um unsere Lebensmittel etwas aufzufüllen. Am beeindruckendsten war die stillgelegte alte Telefonzelle, die umfunktioniert wurde, zur kostenlosen Handy-Ladestation.                                                                                                                   Raus aus der Stadt, um einen ruhigen Stellplatz, für die Nacht, am See zu finden, am Västersvan. Wiedermal ein perfekter Übernachtungsplatz. 

Unser nächstes Ziel war das Vikinger Center in Nysätter. Auch wenn eine Schulklasse, hier heute Ihren Ausflug machte, konnte man das nachgebaute Vikinger Dorf und ein 17m langes Vikingerschiff besichtigen. Am Stellplatz haben wir, mal wieder die Ver- und Entsorgungsstation benützt. Somit sind wir wieder für ein paar Tage versorgt. Auf kleinen, einsamen Straßen durch Wälder und an Seen vorbei ,kam uns auf der Straße das erste Rentier entgegen. Unser Ziel war der Gutshof in Marbäcka, hier wurde die Schriftstellerin Selma Lagerlöf ( die wundersame Reise des Nils Holgerson) geboren. Ein schöner sehr gepflegter Ort, aber an diesem Tag konnte man nichts besichtigen. Also weiter nach Sunne, der Ort wo ich vor 6 Jahren, von dem deutschen Pastor, mit Kaffee und Kuchen in der Kirche versorgt wurde. Da musste ich einfach nochmal hin, aber leider war der Pastor, diesmal nicht anwesend. In der Kirche hat ein Schülerchor, für eine Veranstaltung geübt. Kurz noch in Sunne eingekauft und getankt, und weiter wieder über kleine aber gut ausgebaute Straßen, bis hoch zum Lakene Sjön in Sörby. Kurz nach uns kam noch ein Pärchen aus München an, die wir die nächsten Tage noch ein paar mal trafen.

Mit Regenwolken wachten wir auf, nachdem wir die letzten Tage nur Sonnenschein hatten. Immer entlang des Klarälv, mit vielen Angelstellen, ging es nach Ekshärad. Hier besichtigten wir einen Friedhof, mit über 300 schmiedeeisernen Lebensbäumen. Das war schon ein sehr außergewöhnlicher Friedhof. Hier fanden wir auch einen Wegweiser zu einem Elchpark. Schweden ohne einmal einen Elch gesehen zu haben, geht ja gar nicht. In freier Natur sind Sie sehr selten zu sehen. Jedoch wurden wir enttäuscht, die nächste Besichtigung, begann erst wieder in 3 Stunden. Das war uns lange, und so zogen weiter zu dem ehemaligen Flösserfluß Halgän. An dem Wanderparkplatz , sind wir aufwärts dem Fluss mit seinen Stromschnellen gefolgt. Rund 2 Stunden waren wir zu Fuß unterwegs, und die letzte halbe Stunde fing es zum Regnen an. Pitsche patsche Nass kamen wir am WoMo an, wo wir uns bei Kaffee und Kuchen, wieder trockengelegt haben. Die offizielle Straße zu unserem nächsten Ziel, Malung, ging 39 km auf Schotter durch den Wald. Immer wieder tauchten Geschwindigkeitsbeschränkungen von 70 km/h(!!) auf, ein paar einsame Häuser, und keine entgegenkommende Autos.                                                                                       Wahnsinn - Natur pur - wo gibt es so etwas noch, und wir waren, erst noch in Mittel-Schweden. 

In der Nähe unseres Übernachtungsplatzes haben wir einen weiteren Elchpark entdeckt, "Bosse + Friends. Diesmal waren wir vorbereitet, haben uns die Führungen im Internet heruntergeladen. Täglich außer Samstag um 12 Uhr, Eintritt pro Person € 23,--. Die Führung begann mit der Fütterung, der Ziegen, bevor es zu den Elchen ging, derzeit 7 ausgewachsene und 2 Baby Elche (2 Wochen alt). Bevor es dann zu der Rentier-Herde und den 48 Huskys ging. Insgesamt dauerte die Führung, unter Deutscher Leitung ca. 2 Std. Es wurde sehr viel interessantes über die Tiere erklärt, und man durfte Sie auch persönlich füttern.              Über endlos lange gerade Straßen ging es weiter nach Särna. Kurz vor Särna, ging es hoch zum Mickeltemplet, zu einem Aussichtsturm, mit toller Aussicht, und Blick auf die schneebedeckten Gipfel , die wir in den nächsten Tagen, anfahren wollen.  In Särna, haben wir den Kühlschrank gefüllt und die Tanks mal wieder, geleert und befüllt. Nach der Besichtigung, des Lappendorfes und der Holzkirche, ging es zu dem Übernachtungsziel, unterhalb des größten Wasserfalls Schwedens. 

Übernachtet haben wir mitten im Wald, am rauschenden Fluss Fulan. Unser nächstes Ziel, die Wanderung zum Njueskär, dem höchsten Wasserfall Schwedens. Über Holzstege, durch Moorgebiete, über Wurzeln und Steine ging es hoch zum Wasserfall, den man schon weitem hört. Ein gigantischer Anblick. Da der Rundweg gesperrt war, wegen Brutzeit von seltenen Vögeln, ging es auf dem gleichen Weg wieder zurück. Zurück am WoMo, fuhren wir westlich, über eine einsame 28 km lange Schotterstrecke, vorbei an einsame Seen, wo wir unsere obligatorische Mittagspause gemacht haben. Frisch gestärkt, sollte es auf die höchstgelegene Straße Schwedens, 1007 m, auf ein Plateu am Fuße des Nipfjälls gehen. Immer wieder waren Rentiere auf und an der Straße zu sehen. Doch unterwegs begann es zu Regnen und Gewitter, Aussicht war gleich null, so das wir auf halben Weg umgedreht haben. In Idre haben wir wertvollen Diesel, für € 2,71 getankt. Und so schnell der Regen kam, war er auch wieder weg. Also haben wir uns einen Übernachtungsplatz gesucht, im Naturschutzgebiet am Burosjö, wunderschön einsam am Wald gelegen. Die Fahrt dahin war für Fahrzeuge erlaubt, aber nicht für Skibob`s. In der Nacht hat es dann noch ein paarmal geregnet. 

Zum regnen hat es aufgehört, aber die Temperaturen haben sich erheblich abgekühlt. Da unser Plan ist, auf den 1112 m hohen Lillnipen , zu wandern, passt es ja. Auf dem Weg hoch zum Wanderparkplatz, werden wir von Rentieren begrüßt. Eingepackt, im Winter Anorak , bei sehr windigen 10 Grad, die passende Bekleidung. Vorbei an Schneefelder ging es hoch auf den Lillnipen, die Anstrengungen haben sich gelohnt - ein genialer 360 Grad Rund-um-Blick . Weiter ging es Richtung Norden, über die 311, über einsame asphaltierte Straßen, bis nach Sörvattnet, und dann ab zum Loffsjön. Ein schöner abgelegener Parkplatz, mit der Möglichkeit am See entlang zu spazieren. Einfach nur schön, durch die Wälder zu laufen und die Ruhe zu genießen. Da der Parkplatz, sehr gut zur Übernachtung geeignet war, blieben wir gleich hier. Unweit von unserem WoMo, am Strand lagen 2 Rentiere, die sich gesonnt haben und sich durch nichts haben stören lassen.   

Über endlose Straßen, durch Wälder und Seen, wie die letzten Tage schon, trotzdem nur schön und faszinierend immer noch. Über Linsell ging es hoch nach Hedeviken, nach der langen Fahrt, mussten wir unsere Füße mal wieder vertreten. Unsere tägliche Schotterstraßenfahrt durfte nicht fehlen, als es hoch zur Alm Nyvallen, 770m hoch, geht. Im Naturschutzgebiet, machten wir eine Wanderung durch die herrlichen Wälder. Hier soll es die größte Braunbären Population Schwedens geben, gesehen haben wir Gottseidank keine. Rauf und runter ging es über Wurzelpfade, wunderschön, jedoch kamen wir mal wieder bei Regen zurück ans WoMo. Was gab es dann zuerst - natürlich Kaffee und Kuchen. Auf dem Rückweg runter , haben wir einen netten Campingplatz entdeckt, mit Ver-und Entsorgung und einer Waschmaschine. Nach 2 Wochen auf Tour, keine schlechte Idee, die Wäschebestände aufzufrischen. Entspannt verbrachten wir den Tag, bei Lesen und Wäschewaschen und dank des Windes wurde alles wieder trocken. 

Frisch gestärkt, ging es am nächsten Morgen weiter, zuerst nach Hede, zu dem Hembysgärd. Ein neu aufgebautes Museumsdorf, mit alten Häusern aus dem 18. Jhr. , toll gemacht und mit kostenlosen Eintritt. Entlang des Ljüsan, mit seiner malerischen Gebirgslandschaft rund herum, fuhren wir nach Tännas und weiter nach Funasdälen. Auch hier gibt es ein Museumsdorf, das wir uns nicht angeschaut haben, und statt dessen eine Wanderung am Järnaldersturen bevorzugt haben. Ein kurzer, sehr knackiger Anstieg hoch, und mit guter Beschilderungen, es war ein schöner Wanderweg. Nachdem wir schon den ganzen Tag die umliegenden Schneebedeckte Berge sahen, war dass unser nächstes Ziel.                                                              Auf zum Flaturet Plateau (975m), die höchstgelegene Landstraße Schwedens. Auch wenn diese Straße, Schotterpiste pur ist. Einfach traumhaft schön, eine mit Birken bewachsene Ebene, vorbei an ein Moorgebiet mit Tümpeln, und immer wieder am Rand Rentier Herden. Willkommen in Lappland. Halt machten wir im Sami Ort Mittädalen, bevor es auf das Plateau ging, wo wir unseren Übernachtungsplatz gefunden haben. Es war windig und auch nur noch 8 Grad warm, aber mit der aussichtsreichste Parkplatz, mit einem gigantischen Bergpanorama. Das muss man erlebt haben.                                                                                    Eine der imposantesten Straßen, die ich je befahren habe.

Am nächsten Morgen waren wir immer noch geplättet von der Aussicht hier oben. Kann es noch etwas schöneres zu sehen geben? Dann folgt mal weiter dem Bericht. Natürlich ging es auf Schotter wieder runter nach Ljungdalen, und weiter auf Asphaltierten Straßen durch endlose Wälder am Storsjö und Ljungan entlang nach Äsarna auf die E 45. Unterwegs eine neue Variante, der Straßenbegegnungen, eine Kuhherde , machte nur widerwillig Platz. In Äsarna habe ich eine Elch Metzgerei entdeckt, aber leider hatte Sie geschlossen, aber wir hatten ja schon unseren geräucherten Lachs eingekauft. Groß bewegt haben wir uns heute noch nicht, deshalb hoch zur Gamla Kyrka, und den Wanderweg zu laufen. Laut Reiseführer gibt es in Häcklas noch eine besondere Holzkirche, also schauen wir uns die auch noch an. So langsam wurde es Zeit, einen Stellplatz für die Nacht zu suchen. Nach über 20 km feinstem Schotterstraßen, mit Straßenlaternen, wurden wir fündig mitten im Wald am Äkerviken. Ein beliebtes Anglergebiet und einem Wanderweg am See entlang. Diesen einsamen Platz, fand auch noch ein Pärchen aus Donauwörth, die auf dem Heimweg von Norwegen waren, und uns noch ein paar Tipps mit auf dem Weg gaben. Es wurde noch ein netter Abend, auch wenn es etwas kühl wurde, und es um 22.30 noch fast taghell war.

In einem Reiseführer, habe ich gelesen, das es ganz in der Nähe eine Grotte gibt, also auf zur Halbergsgrottan, Über eine kleine Bachbrücke geht es auf einem Trampelpfad, zwischen Blaubeerfelder, durch den Wald. In der Nähe eines Rastplatzes am See, soll die Grotte sein, nur gefunden haben wir sie nicht. Macht auch nichts, schön war es trotzdem. Zurück zum WoMo und weiter nach Östersund, der erste Weg führte zum Biathlon Stadion. Man kennt es aus den TV Übertragungen, aber in Natura ist es auch interessant. Trotz Sommerpause, fuhren so einige mit Ihren Roller-Ski an uns vorbei. Das Jamti-Historieland haben wir uns geschenkt und sind runter an den Hafen gefahren, wo es Parkplätze für WoMo`s gibt. Nach einem kleinen Bummel durch die City, zog es uns ans Wasser zu einem Stellplatz. Die Holzkirche auf dem Weg dahin, haben wir noch besichtigt, und weiter ging es ganz offiziell durch das Schwedische Militärgelände, bis wir zu dem Platz gekommen sind. Noch ist Schweden nicht in der Nato, ob man danach auch noch unbehindert durchfahren kann?

Über die gigantische Brücke, von der Insel Frösö über den Storsjön fuhren wir nach Mörsil zum Kretslopphuset. Ein farbenfrohes Ökohaus, gefördert von der EU, mit einen ebensolchen Blumengarten vor dem Haus. Mit einem Gewächshaus, kann man unter Blattwerk und Weintrauben sich verköstigen lassen. Eigentlich war es geschlossen, aber die sehr nette Österreichische Besitzerin lies uns herein, um uns umzuschauen. Geschlossen war es, weil Sie einen Koch dringendst sucht. Falls Ihr eine Stelle als Koch sucht, meldet Euch, das Haus muss wieder belebt werden. Weiter ging es nach Lundhags, wo wir ganz spontan, bei einem sehr großen Outdoor Werksverkauf, durch geschlendert sind. Wie in den nächsten Tagen noch öfters, schauten wir uns den schäumenden Ristafallet an. Der nächste , spontanen Halt machten wir dann bei der Äre Chokoladfabrik. Da konnten wir nicht widerstehen, leckere Schokolade zu kaufen. Bevor wir Kalorien zu uns nehmen, müssen wir noch eine kleine Wanderung machen. Also ging es hoch auf 533m , zur Fröa gruva, eine ehemalige Kupfer Mine. Wir wollten eigentlich den Rundwanderweg laufen, aber er war sehr schlecht ausgeschildert, so das wir recht bald umdrehten, und zurück zum WoMo liefen. Unser nächstes Ziel war der Stellplatz, am Tännforsen, Schwedens größter Wasserfall. Eigentlich wollten wir erst am nächsten Morgen dahin laufen, aber nach dem Essen, tut ein kleiner Spaziergang auch gut. Wahnsinn, was für eine brachiale Gewalt, das Rausche-Monster hat. Wahnsinn, so einen Wasserfall habe ich noch nicht erlebt, und wie nahe man das Wasser herankommt, gut das wir Regenkleidung dabei hatten. Mit dem gut hörbaren Rauschen des Wasserfalls, ging wieder ein sehr ereignisreicher Tag zu Ende. 

Der Wasserfall gestern Abend war so gigantisch, das wir nochmal dahin gelaufen sind. Bei Morgenlicht, sah es nochmal anders aus, aber genauso beeindruckend, wie am Abend. Da die Straße laut Karte, besonders schön sein soll, was auch so war, sind wir Richtung Norwegen weitergefahren. Kurzen Stopp machten wir an einer alten Steinbrücke, um nach rund 10 km, wieder Richtung Schweden abbogen. Oh.... die Straße 336, entpuppt sich als Waschbrett-Piste mit feinstem Schotterbelag, über 42 Km. Jetzt weiß ich woher, der Spruch " alter Schwede ..." herkommt. Die Straßenschilder, mit Begrenzungszeichen maximal 70 km/h habe ich ignoriert, mehr als 50 km/h war nicht vertretbar. Aber so konnte man auch etwas von der wunderschönen Landschaft, als Fahrer mitbekommen. Am Kallsjön vorbei mit Blick auf die Schneebedeckten Berge. Trotz allem, eine Genussfahrt auf einer sensationellen Panoramastraße.                                                                                                                                                                     Die Nacht verbrachten wir dann am Alsensjön, direkt am See. Im laufe des Abends fing es dann zum Regnen an, und es kühlte merklich ab, nachdem es den ganzen Tag über 23 Grad hatte. 

Nachdem es am nächsten Tag, es immer noch in Strömen geregnet hat, und die Temperatur nicht mehr wie 6 Grad plus (lt. Info war es an diesem Tag in Deutschland bis zu38 Grad) angezeigt hat, waren wir noch die Vorräte auffüllen und haben dann den nächsten Campingplatz mit Waschmaschine angefahren. Machen wir uns einen gemütlichen Tag...... Am Spätnachmittag wurde das Wetter, dann wieder besser. 

Am nächsten Morgen, schien dann wieder die Sonne, auch wenn es nur 10 Grad waren, zogen wir weiter. Wie gehabt durch einsame Wälder, vorbei an vielen Seen, bis jetzt noch keine Schotterstraßen, mit einem Schlenker durch Norwegen. In Sorli, haben wir uns die Norwegische Holzkirche angeschaut, und obwohl Sonntag war, war Sie verschlossen. Kurz nachdem wir wieder die Schwedische Grenze erreicht haben, bogen wir in Framnas rechts ab, zum Hällingsafallet Naturreservat zum Wanderparkplatz. Eine kurze Wanderung führte uns zu dem spektakulären Wasserfall mit 45m Sturzhöhe, in ein Canyon. Auch wenn es nicht der 1. Wasserfall auf unserer Tour war, es ist immer wieder faszinierend, wieviel Wucht das Wasser hat. Nach ca 1 Std. sind wir zurück gekommen zum Wohnmobil, und es ging wieder runter die 14 km Schotterpiste, nach Gäddede. Da haben wir nicht lange Halt gemacht und sind den Schilder zum Vildmarksvägen gefolgt. Es soll Schwedens schönste Touristenstraße sein, lassen wir uns überraschen, was folgt. Die ersten 20 km am Storm-Jorm, waren eindrucksvoll, mit den Schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Den spektakulären Teil haben wir uns aber für den nächsten Tag aufgehoben, den Parkplatz mit Aussicht auf Seen und Berge im Hintergrund haben wir zu unserem Übernachtungsplatz auserkoren. 

Nach einem ausgiebigen Frühstück, sind wir erstmal dem Wegweiser zu dem Stor-Bläsjö nachgegangen. Entlang eines silbrig glänzenden Flusses, rüber über eine renovierungsbedürftige Brücke, bis hoch fast vor dem Wasserfall.                                     Bevor es mit dem Auto, hoch in die Berge ging , haben wir noch einen Abstecher, in das noch bewohnte Sami - Dorf -Ankarede gemacht. Dieser Samische Kulturort hat ein spezielles Flair, muss man gesehen haben.                                                                    So, nun aber los, auf in die Berge, dem Vildmarksvägen weiter hoch zu fahren. Diese Straße ist nur von Mitte Juni - Mitte Oktober befahrbar, das war gut sichtbar, warum - es lag am Straßenrand noch genügend Schnee, und das am 20.Juni. Wir haben ja viele Straßen und Landschaften in den letzten 3 Wochen gesehen, aber dieser Vildmarlksvägen, gehört mit zu den Höhepunkten. Wir kamen kaum voran, weil ich immer wieder anhalten musste, wegen der Schönheit der Landschaft, die ich fotografieren musste. Echte beeindruckende schwedische Wildnis, mit Wasserkaskaden, Rentierherden, Schneebedeckte Berge und auf 900m Höhe ein Plataeu Plätzchen für WoMo`s, bei Stekkenjok, wo wir dann ausgiebig Pause gemacht haben. Man muss das gesehene auf sich wirken lassen. Da es erst am frühen Nachmittag war, fuhren wieder runter , durch das grüne Tal des Saxan, bis zum Klimpfäll hinunter. Wir bogen dann ab, mal wieder 7 km Schotterstraße, zu dem beliebten Kirch und Versammlungsort, der Sami`s - Fatmomakke. Fatmomakke bedeutet auf Sämisch - "einander umarmen". An einem wunderschönen Flecken Erde, am Kultsjön Gälto gelegen. Über eine Fußgängerbrücke gelangt man in das Sami-Dorf. Auch wenn es hier zwei offizielle Stellplätze gibt, haben wir uns entschieden, uns einen anderen Platz für die Nacht zu suchen. Gelandet sind wir dann bei Marsfjäll, wieder direkt am Wasser, und im laufe des Abends kamen noch 2 Wohnmobile an den gleichen Platz, die mit Abstand stehen blieben. Wieder ging ein beeindruckender Tag in Ruhe und Einsamkeit zu Ende.

Wer glaubt, wir haben schon alle Facetten der Schwedischen Natur gesehen, täuscht sich. Nur 8 km weiter kam der Trappstegsforsen. Auf breiter Front über unzählige Treppen, sprudelt der Kultsjön , hinunter den Hang. Dem sprudelnden Wildwasserfluss folgen wir nun bis nach Wilhelmina. In Wilhelmina, haben wir erstmal, den Diesel Tank und die Essens-Vorräte aufgefüllt, bevor wir hoch zur Holzkirche gefahren sind. Am angrenzenden Friedhof, haben wir auch noch den Wassertank gefüllt, bevor wir eine Kurzwanderung am Kultur-Natur-Stig gemacht haben. Wir haben geschaut, das wir wieder zurückkamen zum WoMo, da uns die Moskitos gejagt haben im Wald. Ohne entsprechendes Moskito Spray, sollte man nicht nach Schweden reisen. Also weiter , die E45 hoch, bis es zur E 12 wird, da haben wir einen Abstecher zur größten Kirche Schwedens gemacht, der Lappland-Kathedrale, die aber leider verschlossen war. Den Ort Storuman haben wir uns nicht näher angeschaut, sind lieber auf den Stenselberget hoch gefahren und die geniale Aussicht genossen. Zeit war es einen Übernachtungsplatz zu finden, in den Zeiten von den Apps, kein Problem. Auf zur Insel Lusholmen, zu einem traumhaften Platz am See. Heute war der 21. Juni der längste Tag des Jahres. Sonnenuntergang um 23.59 - dann Dämmerung bis zum Sonnenaufgang um 2.00 Uhr. Richtig Nacht, wurde es schon seit Tagen nicht mehr. 

Auch wenn es die Kürzeste Nacht des Jahres war, wir haben wunderbar geschlafen, auf der Insel. Wieder zurück, auf der engen Straße und über die Holzbrücke, nach Storuman und weiter auf die E12 - Richtung Norwegen. Eine wunderschöne Straße, entlang wieder an vielen Seen vorbei, man kann sich nicht sattsehen daran, an der Traumhaften Landschaft. Einen kurzen Stopp haben wir an der alten Sami Kirche, direkt am Tärnaan, gemacht. Heute haben wir mal wieder eine größere Wanderung geplant, auf den Kanahoppen. Im Winter ein bekanntes Skigebiet, wo unter anderem der Schwedische Ski Held, Ingemar Stenmark, das Skifahren gelernt hat. Also rein in die Wanderschuhe, und Wanderstöcke und Rucksack bereit halten, und los geht es auf 800m über dem Meer, das ist in der Nähe des Polarkreises, Hochgebirge. Auf steinigen Pfad, ging es gleich knackig hoch, schweißtreibend war es, aber belohnt mit einer sehenswerten Aussicht, vom Kanahoppen, hinunter ins Tal. Anstrengend, aber schön war es. In Tarnaby, der nächste Ort, war es wie in so vielen Skiorte, im Sommer, wie ausgestorben, Schade eigentlich. Heute mussten wir mal wieder länger nach einem geeignet Übernachtungsplatz suchen. In Stintbäcken wurden wir fündig, fast direkt an der E 12, aber trotzdem ruhig, da kaum Straßenverkehr hier besteht. 

Nachdem es mal wieder in der Nacht geregnet hat, war es am nächsten Morgen bewölkt und nur 10 Grad Plus. Laut Wetterprognose, soll es nicht besser werden, immer wieder mal regen. Also haben wir die geplante Wanderung zum Grottstigen nicht gemacht und sind Richtung Norwegen , nach Mo i Rana gefahren. Mo i Ran am Ranfjörden in Norwegen hat uns leider mit dicken Regenwolken empfangen. Nachdem wir an der Servicestation, mal wieder das WoMo versorgt haben, sind wir in das alte Fischerviertel gefahren, das ist wirklich sehenswert. Jedoch, auf Grund des einsetzenden Regens, haben wir es vorgezogen ins trockene Wohnmobil zurück zu gehen, um weiter in Richtung Polarkreis zu fahren. Auf dem Weg dorthin, ca. 100km, gibt es einige schöne Möglichkeiten zu Wandern, wie z.B. zum Svartisen-Gletscher, aber nicht zu empfehlen bei Regenwetter und nur noch 8 Grad Plus. Kurzen Halt, bei einer Regenpause haben wir bei der schwingenden Hängebrücke über den Ranelva gemacht, uns aber nicht getraut darüber zu gehen. Auf zum Polarkreis-Center, dem eigentlichen Ziel für heute. Was ungewohnt war, wie viele Wohnmobile in Norwegen unterwegs sind, das haben wir die letzten 4 Wochen in Schweden nicht erlebt, da waren wir meist alleine unterwegs. Trotz des vielen Verkehrs, einfach gigantisch die Natur entlang der Straße. Am Polarkreis angekommen, auf einem riesengroßen Parkplatz, standen ca. 50 Wohnmobile ein paar PKW`s und bestimmt 30 Motorräder da, und das bei eisigem Wind und nur noch 5 Grad Plus. Mich hätte es nicht gewundert, wenn es noch zum Schneien angefangen hätte. Trotz allem ein lohnendes , irgendwie prickelndes Ziel, wo man mal gewesen sein muss. Das Center selber, ist eine Mischung aus Ausstellung, der Tiere und Natur und einem großen Verkaufs-Shop. Da man ja nicht weis, wie das Wetter sich entwickelt, haben ich mir ein warmes, Norwegisches Sweatshirt zugelegt. Weiter ging es Richtung Norden, entlang des Junkerdalens zu der Klamm des Junkersdalsura, wo sich der reißende Fluss durch die Klamm prescht.                                         Da in Norwegen, zu der Zeit, das Benzin um 10 Cent günstiger war, sind wir noch zur nächsten Tankstelle gefahren, wo auch gleichzeitig, das sehenswerte Nordland Nasjonalparksenter steht. Von hier aus war es nicht mehr weit auf die Lofoten, jedoch riet man uns mehrfach davon ab, da Sie derzeit total überlaufen sind. Da zieht es uns dann doch wieder zurück in die Schwedische Einsamkeit. So rollen wir weiter, durch das Junkerdalen Tal, hoch auf den Silvervägen, vorbei am Schwedischen Polarkreiszeichen, bis zum Übernachtungsplatz nach Östansjön. Wir hatten es uns schon bequem gemacht, als gegen 21 Uhr der Gasvorrat zu Ende ging. Mist..... ohne Heizung heute Nacht... und morgen früh kein Kaffee. Die nächste Gastankstelle, war entweder 400km entfernt in Jokkmokk, unser nächstes Ziel, oder nur "320km" in Pieta am Baltischen Meerbusen. Kurz entschlossen haben wir zusammen gepackt, und sind noch in der Taghellen Nacht, 170 km gefahren und haben am Straßenrand da übernachtet. Es war Donnerstagabend, und am Samstag war der Midsommer-Feiertag, wer weis ob wir da die Gasflaschen gefüllt bekommen. Auch wenn in Europa alles genormt und geregelt ist, bei den Gasflaschen, hat jedes Land sein eigens System, und nicht jede Tankstelle mit LPG Gas, füllt einem die Flaschen auf. 

Am nächsten Morgen, ging es ohne warmen Kaffee, weiter die 150 km nach Pieta. Eigentlich wollte ich mir das Wintertest Zentrum, der Europäischen Autoindustrie in Arvidsiaur anschauen, aber das Gasproblem war wichtiger. In Pieta, an der angegebenen Adresse, war die Firma geschlossen. Und nun? Ein freundlicher Schwede hat uns dann zu einer OMV Tankstelle geschickt. Puhhh.. Glück gehabt, wir bekamen ohne Probleme unsere Flaschen gefüllt, immerhin hat er es geschafft in eine 11 kg Flasche - 17 kg zu Füllen. Was solls, es war trotzdem noch günstiger wie derzeit in Deutschland, Gasflaschen zu tauschen. Nachdem wir die Vorräte wieder gefüllt haben, suchten wir einen Sonnenplätzchen für die Nacht. Nach den 450 km, die wir gestern gefahren sind, war ein Ruhetag angebracht.                                                                                                                                        Bei 25 Grad haben wir am Strand den Tag, entspannt zu Ende gehen lassen, nicht ohne die Wassertemperatur zu testen. 

Am nächsten Tag war die Überlegung, fahren wir, wie ursprünglich geplant, hoch bis nach Kiruna, oder begeben wir uns so langsam auf den Heimweg? Da wir ca. 2500 km von der Heimat entfernt sind, haben wir beschlossen, das nach fast 5 Wochen, es so langsam Zeit wird, den Rückweg anzupeilen, aber nicht stur Kilometer abzuspulen. Immer wieder etwas anzuschauen, mit dem Ziel jeden Tag 2-3 Hundert Kilometer Richtung Süden zurückzulegen. So haben wir die alte Kirchenstadt Öjeby und Pieta angeschaut, an der alten Nostalgie Raststätte aus den 60er Jahren, Pause gemacht. Eine kleine Wanderung am Laxfallen Rundweg gemacht. Der Byskeälv, ist ein nicht begradigter Rauschefluss, wo die Lachse zum Laichen, den Fluss hoch schwimmen. Und ein einsames lauschiges Plätzchen für die Nacht, im Wald am See haben wir am Tamträsket gefunden. 

Über Byske, mit kurzer Badepause, ging es nach Skellefta, zum Befüllen der Vorräte und des Wohnmobils, Immer auf der gut ausgebauten, und mit wenig Verkehr der E4 entlang. Auf einmal sahen wir am Straßenrand, 2 Elche, die ohne sich stören zu lassen, gegrast haben. Um ein Foto zu machen, war es leider nicht möglich, da hinter mir Autos fuhren. Endlich Elche in freier Wildbahn, diese Aufgabe wurde also doch noch erfüllt. Der heutige Übernachtungsplatz war am Sandstrand von Husum/Schweden. Das schöne Wetter haben wir noch ausgenützt, mit dem Baden in der Ostsee. Die Wassertemperatur, hat sogar "Warmduscher" zum Schwimmen, animiert. 

Zurück wieder auf die E4, über Schotterpiste, steil rauf und und wieder runter, wie in einer Achterbahn. In Örnoldsvik, unser nächstes Ziel, soll es einen sehr großes Outdoor-Kaufhaus geben, also gehen wir mal Shoppen, tanken müssen wir auch mal wieder. Hier findet man alles, was man nicht wirklich braucht, aber schon interessant, mal zu wissen, was es alles gibt. Und wir sehen noch eine sehr auffällige, achteckige Kirche mit angrenzenden Friedhof und frei zugänglichen Wasserhahn. So jetzt wird es wieder Zeit, ein wenig Km abzuspulen. Kurz vor Sundsvall, fahren wir auf den Picknickparkplatz mit Toiletten Entsorgung, bevor es über eine der längsten Hängebrücken der Welt ging. Als es Zeit wurde, einen Übernachtungsplatz zu suchen, fuhren wir runter von der E4, an die Ostseeküste, wieder mal km lang auf Schotterpiste in eine Sackgasse im Wald. Man sollte meinen hier steht man alleine, weit gefehlt, wir sind nicht mehr in Lappland, aber ein Plätzchen gab es noch für uns. 

Am nächsten Morgen, ging es weiter in das sehenswerte Örtchen Hudiksvall. Hier soll es einen deutschen Bäcker geben, den wir aber nicht gefunden haben. So ging es dann weiter in die Studentenstadt Uppsala ( wer kennt nicht das Lied: ein Student aus Uppsala... - Jugenderinnerungen) . Es ist wirklich eine wunderschöne Stadt, an der man nicht vorbei fahren sollte. Auch wenn es mal wieder zum Regnen anfing, sind wir durch die Stadt gebummelt. Circa 10 km südlich von Uppsala, haben wir einen wunderschönen einsamen Übernachtungsplatz an den Mälaren gefunden. 

Ein ehemaliger Vertriebspartner, der in Uppsala studiert hat, empfahl uns uns dringendst, Sigtuna und das Kult - Kaffee "  Tant Brun" zu besuchen. Danke Konstatin nochmal für den Tipp!! Das war für uns eine der liebenswertesten Orte Schwedens, und der Schoko Kuchen war einfach genial, es war nicht die Zeit um Kalorien zu zählen. Auch wenn es uns in Sigtuna, so gut gefallen hat, es ging trotzdem weiter, zum Schloss Drottingholm der Königlichen Schwedischen Familie, zu besuchen. Ein wirklich imposanter Bau, genauso wie der gepflegte, weitläufige Park, den wir besichtigt haben. Auch wenn Stockholm, für mich eine der schönsten Hauptstädte ist, die ich schon besucht habe, sind wir nicht hinein gefahren. In der Stadt einen Parkplatz, auch für normale Pkw's zu finden ist schlicht fast unmöglich, und das auch nur zu horrenden Preisen (Motorrad-Parkplatz für die Nacht 2015 € 40.--). So haben wir es dann doch vorgezogen, raus aus dem Verkehrschaos zu fahren, und lieber die kleine nette Stadt Trosa, an den Schäreninseln zu besuchen. Nach einem Bummel durch die Stadt, war es mal wieder Zeit, einen Übernachtungsplatz zu suchen. Gefunden haben wir einen offiziellen Stellplatz, bei Kvarsebo am Bräviken Fjörd einen einfachen, aber schönen Wiesenplatz. 

Es gab zwei Möglichkeiten weiterzufahren, entweder zurück über Schotterstraßen, oder mit der kostenlosen Fähre rüber auf die Halbinsel Vikobolandet. Die kommt alle 30 Minuten, also Schiffle fahren. Bevor es auf die E22, Richtung Süden weitergeht, haben wir noch einen Stopp, am Dalsland-Kanal in Söderköping gemacht. Größer wie die meisten Städte, trotzdem wunderschön und liebevoll heraus geputzt. Man merkt das hier, das Tourismus angesagt ist. Am schönen kleinen Hafen von Gunnebo, machten wir unsere Kaffepause, bevor es rüber auf die Insel Öland ging. Über die längste Straßenbrücke Europas, 6070 m lang, und einmal quer rüber auf die anderen Seite der Insel Öland, nach Blässinge Hamn, zum kostenlosen Stellplatz auf einer Sandwiese. Bevor es zum Regnen anfing, genossen wir noch die 22 Grad warme Ostsee, mit einem erfrischenden Badebesuch. Das war der optimale Abschluss eines ereignisreichen Tages.

Am nächsten Morgen war es noch wolkig, nach dem es die Nacht über geregnet hat. Auf dem Weg zu dem südlichsten Gipfel von Öland, kam dann schon wieder die Sonne heraus. Wie schon die ganze letzte Woche, schönstes Sommerwetter in Schweden. Öland ist bekannt für seine Windmühlen, die wir am Wegesrand gesehen haben, auf dem Weg zum Södra Udde, genannt der "lange Jan". Der Leuchtturm liegt im Vogel Naturschutzgebiet, und von Ihm aus hat man eine tolle Sicht auf die Ostsee. Doch unser Ziel war ja, zurück in die Heimat. Nach der Öland Brücke, haben wir an dem Picknickplatz, mit Ver - und Entsorgungsstation, unsere obligatorische Kaffeepause gemacht. Es waren noch ca. 170 km , zu unserem Übernachtungsziel Kristianstad, das wir so gegen 16 Uhr erreicht haben. Den Stadtbummel durch Kristiansstad haben wir uns anders vorgestellt, um 16 Uhr schließen alle Geschäfte am Samstag. Einzig die Eisdiele hatte noch geöffnet. Auch mit dem Übernachtungsplatz war es heute nicht so einfach, beim 3. Anlauf, haben wir dann einen schönen ruhigen Platz am Naturschutzgebiet gefunden. Es sollte unsere letzte Nacht in Schweden sein, bevor es morgen , nach Dänemark zurück geht.

Bevor es am Morgen weiter ging, machten wir noch einen Spaziergang ins Vogelschutzgebiet. Einmal Füße vertreten, bevor es über Malmö und Kopenhagen, zu unserem 380 km entfernten Ziel, an die Dänisch/Deutsche Grenze ging. 

Nachdem es gestern schon ein paar Kilometer zu absolvieren waren, beschlossen wir, es heute langsam angehen zu lassen, bevor es endgültig nach Hause geht. An der Flensburger Förde entlang, nach Glücksburg, an der Ostsee entlang nach Kappeln und weiter nach Eckernförde, bevor es auf die A7 ging, zum Übernachten bei Neumünster. In Glücksburg, hat es kurz mal stark geregnet, trotzdem haben wir das Wasserschloss besichtigt und ein Gang durch die Stadt gemacht. In Kappeln an der Schlei, war der pure Tourismus angesagt, nach langem suchen haben wir am Hafen noch einen Parkplatz bekommen. Das waren wir von Schweden her, gar nicht mehr gewöhnt. Dafür habe ich einen feinen Fisch-Räucherladen gefunden. Wenn man sich zur Mittagszeit auf das Abendessen freut, kann der Tag trotz Regen nur gut werden. Den letzten Abstecher haben wir noch nach Eckernförde gemacht, hier hielt sich der Trubel in Grenzen. Auf zur letzten Übernachtung in Neumünster, mit dem krönenden Abschluss - geräucherte Schillerlocken und dem leckeren Butterfisch mit Kartoffeln und Buttersoße - mmmmhhhh. 

Danke und mein Respekt, das Ihr den Bericht bisher gelesen habt. Ich hoffe es hat Euch gefallen und wenn Ihr Fragen oder Anregungen zu dem Reisebericht habt, oder weitere Tipps zu einer eigenen Reise nach Schweden braucht, meldet Euch über das Kontaktformular. 

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